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Mathe-LK · M3 · Stochastik

Hypothesentest: Ablehnungsbereich ziehen

Ein Hypothesentest entscheidet anhand einer Stichprobe, ob man die Nullhypothese H0 verwirft. Man nimmt H0 als wahr an: Dann ist die Trefferzahl X binomialverteilt mit n und p0. Fällt X in den Ablehnungsbereich K, der unter H0 nur mit kleiner Wahrscheinlichkeit erreicht wird, wird H0 abgelehnt. Hier ziehst du die Grenze von K selbst und siehst, wie sich die Irrtumswahrscheinlichkeit (Fehler 1. Art) und der Fehler 2. Art ändern.

So gehst du vor

  1. 1Wähle ein Beispiel aus dem Skript oder stelle n, p0, die Testart und das Signifikanzniveau α selbst ein.
  2. 2Ziehe die gestrichelte Grenze im Histogramm mit dem Finger (oder tippe an die gewünschte Stelle). Die kupferfarbenen Balken bilden K.
  3. 3Lies rechts die Irrtumswahrscheinlichkeit ab und vergleiche sie mit α: K soll so groß wie möglich sein, die Irrtumswahrscheinlichkeit aber höchstens α.
  4. 4Schalte eine wahre Trefferwahrscheinlichkeit p1 ein: Das zweite Histogramm zeigt den Fehler 2. Art.
  5. 5Ziehe unten 100 Stichproben und zähle, wie oft der Test H0 ablehnt.
Unter H0: X ~ B(100; 0,4) · ■ Ablehnungsbereich K (Fehler 1. Art)
253035404550550,020,040,060,08kP(X = k)
Irrtumswahrsch.
17,9 %
Fehler 2. Art
– %

Irrtumswahrscheinlichkeit = Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art = Pp0(X ∈ K). Der Fehler 2. Art lässt sich nur für ein bestimmtes p1 berechnen.

Beispiel

Eine Partei hatte 40 % Zustimmung; sie befürchtet einen Rückgang und befragt 100 Personen (Beispiel im Skript).

Testart

Stichprobenumfang n

100

Trefferwahrscheinlichkeit p0 unter H0

0,40

Signifikanzniveau α

H0: p ≥ 0,4, H1: p < 0,4
K = {0; …; 35}
Irrtumswahrscheinlichkeit Pp0(X ∈ K) = P(X ≤ 35) ≈ 0,179
links eins mehr: P(X ≤ 36) ≈ 0,239
Signifikanzniveau α = 5 %

Simulation: Stichproben ziehen

25303540455055kTrefferzahlen der Stichproben (ein Punkt je Stichprobe)

Die Stichproben stammen aus

Jede Stichprobe besteht aus n = 100 Zufallsversuchen. Ändert man n oder die Trefferwahrscheinlichkeit, beginnt die Liste neu; verschiebt man K, werden die Punkte neu eingefärbt.

Übung: Ablehnungsbereich bestimmen

Eine Aufgabe mit Sachzusammenhang und vorgegebenem Signifikanzniveau. Formuliere H0, bestimme K durch Ziehen der Grenze (so groß wie möglich, Irrtumswahrscheinlichkeit höchstens α) und formuliere die Entscheidungsregel. Erst dann prüfen oder die Lösung zeigen.

Aufträge

  1. Beispiel „Partei“: Ziehe die Grenze, bis K so groß wie möglich ist und die Irrtumswahrscheinlichkeit trotzdem höchstens 5 % beträgt. Schreibe die Rechnung so auf wie im Abitur und formuliere die Entscheidungsregel.
  2. Stelle K = {0; …; 31} ein und ziehe mehrmals 100 Stichproben mit p0 = 0,4. Wie oft wird H0 fälschlich abgelehnt? Vergleiche mit der Irrtumswahrscheinlichkeit und erkläre, warum die Anzahl von Mal zu Mal schwankt.
  3. Nimm an, in Wirklichkeit ist p1 = 0,3. Wie groß ist der Fehler 2. Art? Und bei p1 = 0,35? Deute beide Werte im Sachzusammenhang.
  4. Verdopple den Stichprobenumfang auf n = 200 (Signifikanzniveau weiter 5 %) und bestimme K neu. Wie groß ist nun der Fehler 2. Art für p1 = 0,35? Was bringt der größere Stichprobenumfang?
  5. Zurück zu n = 100: Senke das Signifikanzniveau auf 1 %. Was passiert mit K, mit der Irrtumswahrscheinlichkeit und mit dem Fehler 2. Art für p1 = 0,3?
  6. Beispiel „Münze“ (zweiseitig): Bestimme beide Grenzen so, dass an jedem Ende höchstens 2,5 % liegen. Bei der Durchführung fällt 58-mal „Kopf“. Entscheide.
  7. Löse im Feld „Übung“ mindestens drei Aufgaben, darunter eine links-, eine rechts- und eine zweiseitige. Prüfe jeweils erst danach.

Theorie: Skript M3 Stochastik, Kapitel „Hypothesentests“ (Grundidee und Aufbau, Einseitige Tests, Fehler erster und zweiter Art, Zweiseitige Tests).

Üben in Minærva Noctua

Fragen und Aufgaben zu den passenden Abschnitten im Skript: