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Physik-LK · Skript 5 · Quantenphysik

Koinzidenzmethode am Strahlteiler

Ein Kristall wandelt gelegentlich ein Photon des Pumplasers in zwei Photonen um, die im selben Augenblick entstehen. Photon 1 meldet sich am Trigger-Detektor DT. Photon 2 trifft auf den Strahlteiler ST und wird von D1 oder D2 registriert. Der Koinzidenzzähler wertet nur Ereignisse, bei denen Detektoren innerhalb des Zeitfensters Δt = 5,0 ns gemeinsam ansprechen. Teilt sich ein Photon am Strahlteiler, oder geht es als Ganzes zu einem der beiden Detektoren? Zum Vergleich: ein abgeschwächter, gepulster Laser.

So gehst du vor

  1. 1Wähle die Photonenpaarquelle und starte mit eingeschalteter Zeitlupe. Beobachte, welche Detektoren gemeinsam ansprechen.
  2. 2Schalte die Zeitlupe aus, wähle die Messzeit und starte eine Messung (Zeitraffer: 10 s Messzeit je Sekunde).
  3. 3Übernimm das Ergebnis ins Protokoll. Wiederhole mit dem abgeschwächten Laser bei gleicher Zählrate der Detektoren.
  4. 4Miss bei der Paarquelle die Dreifachkoinzidenzen für mehrere Zählraten RT und trage sie in die Messreihe ein.
  5. 5Werte selbst aus, vergleiche dann mit „Auswertung zeigen“.
Messzeit t
0,0 s
Trigger-Signale
0
Koinzidenzen mit D₁
0
Koinzidenzen mit D₂
0
Dreifachkoinzidenzen
0
D₁ einzeln (alle)
0

Koinzidenzen mit D₁: Trigger-Signal und Signal von D₁ im selben Zeitfenster. Beim Laser öffnet jeder Laserpuls ein Zeitfenster. „D₁ einzeln“ zählt alle Impulse von D₁, auch Streulicht und Rauschen außerhalb der Zeitfenster.

Quelle

Zählrate RT am Trigger-Detektor (Pumpleistung)

8 · 104 s⁻¹

Messzeit

Modell: Photon 2 wird mit 10 % Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, der Strahlteiler lässt 51 % durch. Weitere Paare fallen zufällig ins selbe Zeitfenster (im Mittel RT · Δt Paare), dazu Streulicht und Dunkelimpulse (300 je Sekunde und Detektor).

Protokoll

Nr.Quellet in sNTNT1NT2NT12

Zufällige Dreifachkoinzidenzen: NT12 je Minute über RT

Nur mit der Paarquelle und nach einer vollständigen Messung. Lange Messzeiten (100 s oder 300 s) streuen weniger.

Nr.RT in 104 s⁻¹Dreifachkoinzidenzen je Minute
051015202502468101214161820RT in 104 s−1NT12

Aufträge

  1. Paarquelle in Zeitlupe: Sprechen D1 und D2 je gemeinsam an? Wie oft spricht nach einem Signal von DT überhaupt einer der beiden an?
  2. Erkläre, warum nur Ereignisse gezählt werden, die mit einem Signal von DT zusammenfallen. Vergleiche dazu „D₁ einzeln“ mit NT1.
  3. Miss 60 s lang bei RT = 8,0 · 104 s⁻¹. Berechne, welcher Anteil der angekündigten Photonen registriert wird und welchen Anteil der Strahlteiler durchlässt.
  4. Berechne, wie viele Dreifachkoinzidenzen zu erwarten wären, wenn Licht eine klassische Welle wäre, und wie viele allein durch zufällig überlappende Paare entstehen. Vergleiche mit deiner Messung.
  5. Stelle den Laser so ein, dass NT1 und NT2 etwa so groß sind wie bei der Paarquelle (μ ≈ 1). Vergleiche die Dreifachkoinzidenzen. Warum ist der abgeschwächte Laser keine Einzelphotonenquelle, auch wenn im Mittel nur ein Photon je Puls kommt?
  6. Nimm die Messreihe für RT zwischen 5 und 40 · 104 s⁻¹ auf. Begründe, warum die zufälligen Dreifachkoinzidenzen mit RT² wachsen, und bestimme daraus das Zeitfenster Δt.

Theorie: Quanten-Skript, Kapitel „Quantenobjekte am Doppelspalt“, Abschnitt „Sind es wirklich einzelne Photonen? Die Koinzidenzmethode“.

Üben in Minærva Noctua

Fragen und Aufgaben zu den passenden Abschnitten im Skript: